Chor-Leitung: Gerhard Möller

ChorFellbacher Vocalensemble Chor / Kammerchor in Fellbach

Unter der Überschrift „Lebhafte Rufe und eine wunderbare

Gelassenheit“ besprach Roland Bernhardt am 22.3.2006 in

der Kornwestheimer Zeitung unser Frühjahreskonzert 2006:


Mit einer werkgetreuen Wiedergabe der Motette "Jesu, meine Freude" und selten gehörten Vokalwerken des Ungarn Zoltán Kodaly ist es dem Fellbacher Vocalensemble gelungen, die Zuhörer beim Konzert in der katholischen St.-Martinus-Kirche zu beeindrucken.


Mit dem Fellbacher Vocalensemble stellte sich ein Chor in Kornwestheim vor, der A-cappella-Musik sehr sicher vorträgt und dem Zuhörer neue Klangerlebnisse ermöglicht. [...] In anspruchsvoller Tonalität gibt der Chor das Geschehen [von Kodálys Motette „Jesus und die Krämer“] wieder, bevor fast archaisch der Vorwurf der Gottlosigkeit an die Schächer den Raum füllt. [...] Die Bachkantate „Jesu, meine Freude“ stellt an einen Chor hinsichtlich Intonation und Textgestaltung höchste Ansprüche. Sehr eindrucksvoll interpretierte der Chor die Fuge „Es ist nun nichts Verdammliches“, in der die Musik zum Glaubensbekenntnis wird. Die Rufe zum Trotzen der Furcht und des Todes wurden deutlich herausgearbeitet bis in den höchsten Diskant, in wunderbarer Gelassenheit erklang die Zeile „Ich steh’ hier und singe“, sehr klangschön, fast romantisch erklärt „Gute Nacht, o Wesen“.


Zoltán Kodálys „Missa brevis“[...] hat musikalisch einen ähnlich hohen Anspruch wie Bachs Motette. [...] Lebhafte Rufe und eingeflochtene Solostellen prägen das „Gloria“. Im „Credo“ leuchtet der Sopran über dem Tenor, während im „Sanctus“ die Hosiannarufe wie hohe Heerrufe erklingen. Im „Agnus Dei“ nehmen die Bässe den Text auf, der von den anderen Stimmen von der Dissonanz zunächst in reinen Wohlklang geformt wird. Auch im überraschenden Schlussgesang wird der reibende Klang erst gegen Ende in Wohlklang aufgelöst.


Lang anhaltender Beifall der beeindruckten Zuhörer, der Chor bedankte sich mit einer innigen Interpretation [von] „Nun ruhen alle Wälder“ nach dem Text von Paul Gerhardt.